Abwassertank reinigen

Abwassertank reinigen

Irgenwann erwischt es wohl jeden: Geruch aus dem Abwassertank.

Wenn zu lange nicht abgelassen wurde und/oder wenn organische Abfälle wie Nudeln in den Tank hineingeraten, findet durch Bakterien ein Zersetzungsprozess statt, und dabei kommt es zu diesem Geruch, dies sind Fäulnisgase. Selbst nur das Nudelwasser hat genug organische Bestandteile! Und wenn die Temperatur dazu noch steigt, dann kann es irgendwann mal riechen.

Im Stand haben wir das Problem nicht, dann bleibt alles gut dicht, die Syphons leisten ihren Job.

Wärend der Fahrt allerdings, wenn wir vorne die Fenster öffnen, ist es dann zu riechen, da dann im Fahrzeug ein leichter Unterdruck entsteht, und dieser reicht aus, um die Syphons leicht zu leeren und den Geruch aus dem Grauwassertank in den Innenraum zu ziehen.

Was bleibt also? Klar, den Grauwasser tank reinigen bzw. zu desinfizieren!

Es gibt dafür Zusätze, wie z.B. den Thetford Tank Cleaner*, doch wir machen es auf die einfache Art mit einem Mittel, dass in jedem Supermarkt erhältlich ist, mindestens einmal im Jahr, mit DanKlorix* (oder vergleichbares), aus dem Grund, dass wir sowenig Chemie wie möglich einsetzen wollen. He, wir nutzen eine Trockentrenntoilette gänzlich ohne Chemie, und auch den Abwasch machen wir fast gänzlich ohne Wasser und Chemie, da wollen wir dann auch da konsequent bleiben.

Nun mag sich mancher sagen: DanKlorix klingt aber auch nach Cheme. Ja, tut es, allerdings zerfällt das Natriumhypochlorid, welches verwendet wird, bei der Anwendung zu Wasser, Sauerstoff und Kochsalz, alles einzeln nicht sehr gefährlich Stoffe, unser Gewissen ist damit etwas beruhigter. Allerdings ist zu bedenken, dass das Natriumhypochlorid nicht unschädlich ist, man sollte es nicht trinken, es wirkt stark ätzend und biozid. Und bitte NIEMALS mit anderen Reinigern mischen, dabei können hochgiftige Dämpfe entstehen, die zum ‚Putztod‘ oder auch „Hausfrauentod“ führen können. Das grüne DanKlorix hat noch Duftstoffe dabei, so dass es nicht so sehr nach Chlor riecht, aber das ist für unseren Zweck nicht nötig. Wer mag, kann dies natürlich auch benutzen.

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Vorgangsweise:

  1. Abwassertank leeren.
  2. DanKlorix einfüllen. Wir haben auf für unseren knapp 100l Abwassertank knapp 2l DanKlorix verwendet, damit sind wir bisher gut klargekommen. Einfüllen tun wir über alle Ausgüsse im Wohnmobil, damit auch die Leitungen dort gereinigt/desinfiziert werden, nicht über eine eventuelle Serviceöffnung am Tank. Vergesst die Dusche nicht!
  3. Einige Minuten warten, damit DanKlorix im Ausguss und den Leitungen seine Wirkung tun kann.
  4. Sauberes Wasser nachfüllen, ca. 20l füllen wir nach, auch wieder über die Ausgüsse, damit das Clor im Syphon und den Leitungen abgespült wird und nicht weiterhin reagiert und eventuell Dichtungen oder Leitungen beschädigt. Ist bisher noch nie passiert, aber sicher ist sicher.
  5. Mit dem wenig gefüllten Tank durch die Gegend fahren, gerne kurvig und über Bodenschwellen. Wir verbinden es mit dem Waschen des PeBe-Mobils und dem Einkauf So schwappt die Lösung im Tank etwas hin-und her und kommt hoffentlich in jede Ecke und Ritze im Tank um dort zu wirken, jetzt noch einer etwas höheren Konzentration.
  6. Den Tank restlich füllen und dann wieder eine Runde drehen, damit es gut verteilt wird. Der Sinn dabei, den Tank ganz voll zu machen ist, dass jetzt die Lösung auch an die Decke des Tank kommt, denn dort sitzt in der Regel auch einiges an Dreck,
  7. Über Nacht einwirken lassen. Oder, wenn ihr es morgens macht, wenigstens über 12 Stunden. Mehr schadet sicher nicht.
  8. Am nächsten Tag den Tank leeren und einmal spülen, damit der gelöste Dreck hinausbefördert wird. Wer mag, kann ihn auch mehrmals spülen oder einer vorhandene Serviceklappe direkt in den Tank spritzen um mehr Dreck zu lösen.

TIPP: Wenn ihr das Fahrzeug nicht nutzt, lasst immer das Grauwasser ab und lasst dann den Ablass offen! So kann der Tank trocknen, dies hilft, Baktieren abzutöten.

Jetzt sollte der Tank sauberer sein und auch auch desinfiziert, der Geruch sollte passé sein, zumindest solange, bis hier wieder organische Stoffe in den Tank bekommt, die zersetzt werden und dadurch der Geruch entsteht.

Es gibt Zusätze, wie den Thetford Tank Freshener*, die dieses verhindern und den Tank gleichzeitig gegen Fettablagerungen schützen sollen. Inwieweit das klappt, können wir nicht sagen, da wir diese nutzen, aber wir möchten darauf hingewiesen haben.

Gute Reise mit dem jetzt nicht stinkenden Tank!

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Trockentrenntoilette im Wohnmobil – einfach aber funktional! 👍

Trockentrenntoilette im Wohnmobil – einfach aber funktional! 👍

Nachdem wir das PeBe-Mobil einen Monat hatten, flog die Kassettentoilette bei uns bereits raus und wurde durch eine Trockentrenntoilette ersetzt. Unseren Selbstbau möchten wir hier vorstellen. Da uns die fertigen Lösungen zu teuer und auch zu groß für unser Bad waren, haben wir kurzerhand die Toilette selbst gebaut, was mit dem Trenneinsatz sehr leicht geht.
Nach nun bald zwei Jahren sind wir noch immer zufrieden wie am ersten Tag, die Trockentrenntoilette ist eines der besten Dinge, die wir nachträglich geändert haben.
Wir können jedem raten, auf eine Trockentrenntoilette zu setzen, oder sich zumindest einmal intensiv damit zu beschäftigen. Es ist sauberer als mancher glaubt und dazu
noch sehr komfortabel und flexibel in der Handhabung.

Trenneinsatz: https://amzn.to/2GPn7Km *
(Im Netz auch ohne Toilettenbrille zu finden, also nur der Einsatz)

Angeleimer: https://amzn.to/2PzqJmB *
Weithalskanister: https://amzn.to/2GTkLdC *

Das Holz haben wir auf Maß zuschneiden lassen, Kleinmaterial wie Scharniere etc. gibt es beim Baumarkt eures Vertrauens 😉

Freistehen mit dem Wohnmobil

Freistehen mit dem Wohnmobil

Freistehen ist das ultimative Vergnügen. Ganz allein, irgendwo am See, im Wald, wo auch immer. Doch wie findet man solche Plätze? Was sollte man beachten? Was sind die Do’s & Dont’s beim Freistehen?

Freistehen ist mit jedem Wohnmobil möglich, zumindest für 1-2 Tage im Winter, im Sommer einige Tage länger, da ihr nicht soviel Strom benötigt und die Batterie länger hält. Diese 1-2 Tage beziehen sich auf die Standardausstattung, den Werkslieferzustand, in dem viele Wohnmobil nur eine 80 oder 90 Ah Batter verbaut haben.
Wenn ihr eine größere Batterie habt, wir haben z.B. 200AH Lithium verbaut, dann durchaus länger. Wir können im Sommer bis zu 12 Tage stehen, im Winter reicht der Strom ca. 5 Tage, mit ein wenig Arbeiten am Notebook und Fernsehen, sowie dem obligatorischem Aufladen von Handys, Tablets und dergleichen. Wenn ihr länger stehen wollt, dann sollte euer Wassertank ausreichend gefüllt sein und ihr sollter eure Kassette der Toilette vorher geleert haben, oder eine zweite Kassette dabei haben. Noch besser sind andere Toilettenlösungen, mit denen ihr mehr Autarkie habt. Die einfachste Variante ist die Trockentrenntoilette, etwas aufwendiger sind dann Verbrennungstoiletten. Das Trockenklo ist, so denken wir, aber der goldene Mittelweg. Nicht zu teuer, im Selbstbau sehr günstig, und in unserem Fall müssten wir spätestens nach 2 Wochen das Klo leeren.

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Plätze finden ist nicht schwer. Hier ein paar Möglichkeiten, die wir nutzen, wenn wir unterwegs sind:

Einfach so beim Fahren:
Ja, so einfach kann es sein. Runter von der Autobahn auf kleinere Landstraßen. Und wenn dann ein Weg reingeht, einfach mal schauen, ob das was wäre. Wenn er zu klein aussieht, dann bleibt am Straßenrand stehen, erkundet ihn zu Fuß oder mit dem Rad. So habt ihr auch gleich ein wenig Bewegung 😉 Wenn nicht absehbar ist, dass der Weg das ganze Stück fahrbar ist, solltet ihr wirklich vorher erkunden, denn nachts, bei Regen oder Schnee, im Dunkeln rückwärts wieder aus der Straße raus ist kein Vergnügen. Und das nur, weil ihr nicht wenden konntet, weil ihr zu bequem wart, vorher einmal zu schauen, ob das eine Möglichkeit ist.

Google Maps und Google Earth:
Auf Google Maps oder Google Earth könnt ihr in der Satellitenansicht bereits vorab erkunden, wo verstecke Wege sind, ob es Sackgassen sind, oder Bebauung in der Nähe vorhanden ist. Dies ist in der Regel der erste Schritt, wenn wir morgens planen, wo wir hinwollen. Google Maps könnte ich auch gut verwenden, um Wege von Tip 1 zu erforschen, wenn ihr nicht zu Fuß oder mit dem Rad rein wollt. Beachtet aber: Auf Google Maps sieht man nicht wirklich den Straßenzustand, und recht oft sieht es dort nach einer befahrbaren Straße aus, entpuppt sich dann aber als Pfad, der gerade so zu Fuß passierbar ist.
Und manchmal ist Street View dann die ergänzung, um einen Blick auf die Straße zu werfen, manches mal erkennt man dort bereits, ob der Weg dorthin lohnt oder nicht.

Apps:
Es gibt Apps, in denen Plätze eingetragen sind. Wir halten davon nichts, weil diese Plätze in aller Regel nach einiger Zeit verbrannt sind, sprich für Wohnmobile gesperrt. Oder es stehen bereits mehrere andere Fahrzeuge dort, und ganz ehrlich, das mögen wir nicht. Wenn wir das wollten, dann könnten wir auch auf einen Stell- oder Campingplatz fahren. Tut euch selbst einen Gefallen: meidet solche Apps, tragt nichts ein, und versucht anderen zu erklären, warum solche Apps zwar bequem sind, aber auf Dauer die Plätze, die dort eingetragen sind, fürs Freistehen verloren macht.

Wenn ihr wahre Freisteher seinwollt, dann nutzt ihr keine Apps und tragt auch keine Plätze in diesen ein!

Öffentliche Orte:

Wenn es schnell gehen soll, weil ihr am nächsten Tag weiterfahren wollt und nur für eine Nacht bleiben wollt, dann ist es noch einfacher:

Parkplätze: Ma, die werdet ihr auch so finden. Für eine Nacht geht das sicher. Kann aber, je nach Platz, auch lauter sein.

Wanderparkplätze: Wanderparkplätze sind toll. Sie liegen in der Regel schön in der Natur, man hat seine Ruhe und kann wunderbar spazieren. Allerdings sind diese am Wochenenede oft etwas hektischer. In der Nacht aber ist es dort in aller Regel so ruhig, dass man die Stille fast schon hören kann. Wir haben tatsächlich schon länger auf Wanderparkplätzen gestanden, wer zu faul zum Suchen ist, fährt darauf. Kann man mit Google Maps gut finden.

Friedhöfe: In der Woche sind Friedhofsparkpläte eine Möglichkeit. Sie leigen meist etwas vom Ortskern entfernt, haben eher Grünanlagen drumherum statt nur Beton und es ist ruhig.

Schwimmbäder: Geht ebenso fix. Im Sommer bei Hallenbädern, im Winter bei Freibädern. Logisch, oder? Meist ausgedehnte Parkflächen, wo man sich ein wenig abseits stellen kann.

Sportplätze: Das geht ebenso fix und ist auch ruhig in der Woche. Aber niemals am Wochenende, denn dann finden in der Regel dort Turniere statt, und ihr werdet bereits ganz früh vom Lärmpegel geweckt. Und im Sommer ist da natürlich mehr los als im Winter. Also: in der Woche meist ruhig, am Wochenende meiden.

Schulen: Da ist es umgekehrt zu den Sportplätzen. In der Woche: viele Schüler = Laut. Am Wochenende: Schulfrei = ruhig. Aber achtet darauf, dass ihr da auch stehen dürft, an vielen Schulen ist das Parken nur Lehrkräften gestattet.

Gewerbegebiete: Wenn ihr damit klarkommt, dass ihr weniger Grün um euch herum habt, dann ist das ein kleiner Geheimtip für das Wochenende, so ab Samstag mittag herum. Da ist es dann in der Regel sehr ruhig, und oft gibt es dort Sackgassen oder große Wendehammer, so dass ihr dann weit ab steht. Gut, schön ist anders, aber he, manchmal will man einfach nur mal ein, zwei Tage irgendwo stehen, vlt. Arbeit aufholen.

Neubaugebiete: Das ist wie mit den Gewerbegebieten. Oft werden Neubaugebiete ausgewiesen, Straßen sind bereits gebaut, aber es steht nicht ein Gebäude weit und breit. Wenn man an so etwas vorbeikommt, einfach mal rein, bis ans Ende durch. Da dort noch keiner wohnt, habt ihr kaum Verkehr und könnt in aller Regel eine ruhige Nacht verbringen. Leider kann man solche Gebiete schwer finden, da sie nicht ausgeschildert sind. Aber wenn ihr an einem vorbeifahrt, dann erkennt ihr es sehr schnell.

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Die Regeln beim Freistehen:

Ja, es gibt einige ungeschrieben Regeln, die ihr unbedingt beachten solltet!

DAS IST DIE WICHTIGSTE ALLER REGELN:

Steht allein! Wenn ihr an einen Platz angekommen seid, und es steht dort bereits jemand, dann stellt euch so weit weg wie möglich von diesem. Stellt euch nicht daneben! NIEMALS! Solche werden Kuschelcamper genannt und sind nicht beliebt. Kuschelcamper kommen in die Kuschelcamperhölle und müssen dann jeden Tag mit einem Camper kuscheln! Ihr macht euch keine Freunde und auch keine Freude damit. Wenn ihr auf eine weiße Wand schauen wollt, wenn ihr aus dem Fenster schaut, ja, dann fahrt auf einen Stellplatz. Noch besser: Sucht euch einen anderen Platz. Als Freisteher möchte man in der Regel die Natur genießen und man möchte vor allem seine Ruhe und allein sein, ihr wolltet das sicher auch, darum habt ihr euch den Platz doch gesucht, oder= Respektiert es, und hofft, dass an eurem nächsten Platz jemand anderes es ebenso respektiert. Nur so bekommen wir eine richtige Freistehergemeinschaft!

Alles Sauber hinterlassen! Ich denke, das ist selbstverständlich. Verlasst den Platz so sauber, wie ihr ihn vorgefunden habt. Hinterlasst keinen Müll. Einfache Regel: Wenn der Platz bei der Abreise sauberer ist als wenn ihr ihn vorgefunden habt, dann habt ihr alles richtig gemacht.

Stört keine Anwohner. Ihr habt einen tollen Platz gefunden? Mitten in der Natur. Und es steht nur ein Bauernhof in der Nähe? Nun, wenn ihr den sehen könnt, dann kann man von dort euch auch sehen. Da braucht ihr ein wenig Fingerspitzengefühl, ob es störend sein könnte. Versucht einfach mal, euch vorzustellen, dass ihr dort wohnt, und wie es euch ginge, wenn ihr eine weiße Aluwand seht, wenn ihr auf der Terasse sitzt.

Haltet euch möglichst an Ge- und Verbote: Wenn es ausgeschildert ist, dass Übernachten nicht erlaubt ist, dann haltet euch daran. Ihr würdet vielleicht niemanden stören, aber ihr schadet dem Ruf unserer Hobbies. Und ganz ehrlich, bei der Wohnmobilschwemme inzwischen ist es nur ein schmaler Grat, der überquert werden muss, bis Wohnmobile nicht mehr gern gesehen werden und wir per Gesetz auf Stellplätze verbannt werden, wie schon in anderen europäischen Ländern. Seien wir froh, dass es in Deutschland und den skandinavischen Ländern noch so einfach möglich ist, in einem Fahrzeug einfach so zu übernachten.

Wildcampen: Verwechselt Freistehen nicht mit Wildcampen, auch wenn das gerne mal in einem Satz genannt wird. Freistehen ist ei wenig wie Parken, dies ist überall dort erlaubt, wo es nicht verboten ist. Wilcampen ist aber (fast) überall illegal. Wildampen bedeutet z.B. eure Markise auszufahren, die Campingmöbel herauszuholen und mitten auf dem Wanderparkplatz aufzubauen. Wir sagen nicht, dass es Ärger geben wird, aber so etwas trägt mit dazu bei, dass solche Plätze dann eines Tages nicht mehr für Wohnmobile zugelassen sind. Das wollen wir alle nicht, oder?
Wenn ihr partout draußen sitzen wollt: Nehmt eure Stühle, geht ein paar Hundert Meter weiter und setzt euch dort hin. So ist zumindest nicht der direkte, offensichtliche Bezug zum Fahrzeug gegeben. Die Markise solltet ihr aber in jedem Falle eingefahren lassen, wenn ihr euch nicht den Vorwurf des Wildcampens machen wollt.
Ihr braucht etwas Fingerspitzengefühl. Steht ihr einen Kilometer tief im Wald, wo es eher unwahrscheinlich ist, dass euch jemand übern Weg lauft, da ist es eher möglich, aber es ist und bleibt wildcampen.

Noch ein Tipp:

Wenn ihr einen Platz auf Google Maps gefunden habt und dort hinwollt, aber sicher gehen wollt, dass ihr eure Ruhe dort habt: Dann schaut in eine der Apps, in denen Freistehplätze eingetragen sind. Ist der Platz dort eingetragen, dann dürft ihr davon ausgehen, dass ihr dort nicht allein sein werdet. Zumindest in der Saison nicht, im Winter ist meist weniger los, die meisten Wohnmobilfahrer sind nun mal in den Sommermonaten unterwegs. So handhaben wir es, wenn ein Platz auf Google Maps gefunden ist, fix die Kontrolle in der App ob der Weg lohnt. Oft kann man anhand der Kommentare in der App bereits abschätzen, dass er belegt bzw. voll sein wird. Je mehr Kommentare, desto eher überfüllt.

Wir hoffen, euch mit dem Video und den Tipps hier im Blog ein wenig geholfen zu haben, wie man Plätze findet. Zu den rechtlichen Aspekten und ein wenig zur Technik gehe ich im Video ein, bei Interesse einfach mal reinschauen.

Wir wünschen ruhiges Freistehen!

Warum wir auch ohne Solar autark sind

Warum wir auch ohne Solar autark sind

Wir bezeichnen unser Wohnmobil als autark. Zumindest so autark wie wir es benötigen.
Ich wurde gefragt, wie ich denn auf die Idee käme, ein Wohnmobil ohne Solarzellen auf dem Dach als autark zu bezeichen?

Gut, ich will kurz erklären, warum wir keine Solarzellen auf dem Dach haben. Technisch wäre es kein Problem, der Platz ist eingeschränkt, aber ein paar Watt bekämen wir zusammen.

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Also warum kein Solar und dennoch autark?

Als wir unser PeBe-Mobil neu hatten, war es mit einer 80AH AGM-Batterie ausgestattet. Damit kamen wir im Winter mit Not und Mühe 2 Tage aus, denn nach 40Ah, also knapp 50%, mehr oder weniger, sollte man eine Bleibatterie aufladen. Manche entladen auch weiter, aber ich wollte damals auf Nummer sicher gehen.

Nach und nach kamen dann noch andere Geräte in PeBe-Mobil, ein Wechselrichter mit 300W, ausreichend für Notebooks und um Mal eine Runde XBOX zu zocken, ich spiele halt einfach gerne mal zur Entspannung. Dazu dann Fernseher, Tablets und Handies, und ein Dyson Staubsauger und Notebooks wollen auch betrieben bzw. geladen werden.

So wurde es dann langsam eng, zwei Tage waren jetzt kaum zu machen. Ich überlegte, ob Solar sinnvoll wäre und kam zum Schluß, dass es für uns nichts wäre, weil es nicht in unser Reiseprofil passt. Zuerst fahren viel viel nach Skandinavien, der Ertrag wäre dort mit der kleinen Fläche nicht sehr gut, und wir fahren sehr viel im Winter, da wäre es meist nur Ballast, und den können wir bei 3,5t zulässiger Gesamtmasse nicht brauchen. Wir können zwar knapp 700kg zuladen, aber selbst damit wird es manchmal knapp. Voller Wassertank, zwei große Hunde und der Bedarf für zwei, drei Wochen knapsen auch am Gewicht, und jedes Kilogramm weniger Grundgewicht ist ein Kilogramm, dass wir sinnvoller nutzen können.

Was taten wir also statt dessen? Wir tauschten die AGM gegen einen Lithiumbatterie mit 200Ah. Wir haben eine Selbstbaulösung, können aber aufgrund von Erfahrungsberichten anderer Victron empfehlen. Unsere ist jetzt nicht nur leichter als die AGM, nur knapp 28kg (die Victron im Link ist schwerer) sondern bietet auch knapp das 5-fache an Kapazität, dazu unten mehr.

Wir verbrauchen im Winter am Tag im Schnitt ca. 20Ah (selten auch maximal 30Ah), mit Fernsehen, Notebooks, Licht, Heizung etc. Das heißt, mit einer Ladung kämen wir theoretisch bis knapp 10 Tage aus, denn einen LiFeYPo4-Akku dar man bis fast 100% entladen, in der Praxis entladen wir bis maximal 30%, das auch noch sieben Tage. Und da wir selten länger als 2 Tage an einem Ort stehen, übernimmt der Ladebooster mit 25A das Laden auf der Fahrt zum nächsten Ort, in der Regel fahren wir 2 1/2 – 3 Stunden, d.h. es werden wieder ca. 60Ah bis 75Ah nachgeladen, mehr als genug, um wieder 2-3 Tage zu stehen. Im Sommer geht es natürlich noch länger, da dann weniger Strom benötigt wird, da man weniger Licht benötigt und nicht heizt.

Für uns also ist eine Solaranlage auf dem Dach sinnfrei, sie wäre nur unnötiger Ballast. Sie passt einfach nicht in unser Reiseprofil.

Vielleicht versteht jetzt ja mancher, warum wir für unsere Ansprüche autark sind, obwohl wir keine Solarpanele auf dem Dach haben.

Bevor uns der Strom ausgeht, ist der Kühlschrank leer, das Wasser alle oder die Trockentrenntoilette voll. Darum bezeichen wir uns als autark.



Mit dem Wohnmobil (oder Auto) nach Norwegen: einige Hinweise

Mit dem Wohnmobil (oder Auto) nach Norwegen: einige Hinweise

Wenn ihr mit dem Auto oder Wohnmobil nach Norwegen reisen wollt, so ist das im Grunde unkompliziert. Ein gültiger Ausweis oder Pass reichen aus, es sind keine Visa oder dergleichen nötig.

Dennoch gibt es ein paar Dinge, die im Land zu beachten sind, wie natürlich die geltenen Tempolimits, Schneekettenpflicht und Impfungen für Haustiere, die mit euch reisen. Wir haben ein kleines Video erstellt, dass euch einige Dinge sagt, die ihr beachten solltet, wenn ihr nach Norwegen reisen wollt.


  1. Straßen


    Die Straßen in Norwegen sind von fantastisch ausgebaut bis hin zu
    abenteuerlich schmal. Wenn ihr an den Fjorden entlang fahrt,
    dann eher schmal, mit steilen Felswänden an der Seite. Habt ihr
    einen Alkoven, behalten die Seiten im Blick, manchmal ragt es
    weiter oben leicht über die Straße


  2. Tempolimit

    bis 3,5t: 50/80/90 km/h
    bis 7,5t: 50/80/80 km/h

    Haltet euch an die Limits! Die Strafen sind um einiges höher
    als in Deutschland. Zwischen 70 EUR und über 1000 EUR,
    Bußgeld bereits ab 1 km/h zuviel!


  3. Licht

    Tagsüber mit Licht fahren! Tagfahrlicht oder Abblendlicht.
    Ohne Licht kostet mindestens 1500 NOK, ca. 180 EUR

    Sonstiges:
    Zwischen dem 15.10 und dem 1. Sonntag nach Ostern müssen
    alle Fahrzeuge über 3,5t Schneeketten mitführen!


  4. Hunde

    Hunde müssen gechippt sein, Tätowierung reicht nur, wenn vor dem 03.07.11
    erfolgt. Euer Hund braucht eine Tollwutimpfung, mindest 21 Tage alt, sowie
    eine Wurmkur mindestens 24h spät. 120 Stunden vor der Einreise.
    Alternativ die 28 Tage Regelung: 2 Kuren im Abstand von höchstens 28
    Tagen vor der Einreise, also z.B. 1 Woche vorher und 5 Wochen vorher.
    Das alles muss im Heimtierausweis vom Tierarzt bestätigt werden.

    Bei Einreise die rote Spur wählen und die Hunde beim Zoll anmelden.
    Privat maximal fünf Hunde. Pit Bull Terrier, Amerikanischer Staffordshire Terrier,
    Fila Brasileiro, Tosa, Dogo Argentino, Tschechoslowakischer Wolfhund, sowie Mischlinge
    dieser Rassen und Mischlinge zwischen Hund und Wolf dürfen NICHT eingeführt werden.

    Es herrscht Leinenzwang ganzjährig. Jeder Norweger dürfte von Gesetz wegen
    euer Tier töten, wenn es frei herumläuft und eine Gefahr darstellen könnte,
    z.B. Schäfer etc. Haltet euch daran!


  5. Zahlungsmittel

    Ihr könnt in den Läden in aller Regel mit eurer EC-Karte zahlen.
    Ausnahmen sind Parkautomaten und Tankstellen, dort geht es nicht immer, bzw. eher nie.
    Große Ketten wie Shell und Esso sind aber meist möglich. Kreditkarten sind die
    Regel. Bargeld könnt ihr an Automaten abheben, sofern überhaupt benötigt.
    Die Automaten zeigen euch den Wechselkurs an, so dass ihr wisst,
    wie viel Euro ihr gerade abhebt.


  6. Ver- und Entsorgung

    Norwegen ist sozusagen das Non-Plus-Ultra für Wohnmobilisten!
    Ver- und Entsorgung ist reichlich vorhanden, z.B. an Raststätten und in
    Ortschaften von der Gemeinde aus. In den allermeisten Fällen sogar kostenlos.

    Wenn das mal so in jedem Land wäre…


  7. Freistehen

    Norwegen ist auch dafür ideal.
    Freisteher werden in der Regel geduldet, wir hatten in zwei Wochen
    keinerlei Probleme. Aber achtet die Natur, fahrt nicht
    auf Wiesen und bleibt auf den Wegen.
    Tische, Stühle und Markise bleiben dort drinnen, wo Campen nicht
    erlaubt ist. Ganz wie in Deutschland.
    Hinterlasst alles sauber. Oder noch sauberer als vorher 😉


  8. Kleidung

    Norwegen ist nicht die Südsee.
    Selbst im Sommer kann es in höheren Regionen tagsüber sehr frisch werden.
    Wir hatten im Fjell Ende August auch schon nur 4°C.
    Nehmt also auch etwas mit für den Fall, dass ihr in etwas kühlere Regionen kommt.

     

Die Menschen in Norwegen sind freundlich und auch Fremden gegenüber sehr aufgeschlossen, abgewiesen wurden wir nirgends.
Englisch wird fast überall gesprochen und man kommt damit (fast) überall weiter. Wir waren sehr angetan von Norwegen, und unser nächster Trip
dorthin ist bereits für nächstes Jahr geplant, dann geht es zu den Lofoten, und vielleicht auch bis zum Nordkapp.

Wir sehen uns in Norwegen!

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